die letzten Tage habe ich viel nachgedacht. Über mich und mein Leben.
Ich bin jetzt 17 Jahre jung, habe meinen Realschulabschluss und mache zur Zeit mein Fachabitur. Ich habe eine Beziehung, ein Haustier und zuhause eine nette Familie.
Doch ich fragte mich, wofür lebe ich?
Mein Traum ist es ja, später einmal richtig Karriere zu machen. Im Ausland, gerne England oder USA. Ich würde gerne im Medien bereich vorallem im Werbebereich gehen. Aufträge annehmen, diese erledigen und dann gutes Geld verdienen.
Dabei würde mir ein kleines Appartment reichen. Ich mag keine großen Häuser. Keine Ahnung, wieso aber ich mag es nicht. Diese perfekten Einfamilienhäuschen, mit zwei Etagen, mehreren Badezimmern, vielen Kinderzimmern und so weiter. Ein netter Garten nach vorne und hinten raus und das alles auf dem Lande. Kann ich auf verderb nicht ab.
Ich finde es total schön, an einer lebendigen Hauptstraße in einem kleinen Appartement oder einer Miniwohnung zu wohnen. Sowas finde ich total schön.
Doch in solche Wohnungen passt immer nur ein Mensch rein. Ein Mensch, der selten zuhause is(s)t, da er viel arbeitet oder viel ausgeht.
Sowas eignet sich gut, wenn man Single ist. Doch mir sagte mal eine Wahrsagern (denen man ja nicht alles glauben muss) dass ich ein Beziehungsmensch bin. Ich brauche immer meinen Partner an der Seite, der mir den Rücken deckt und zeigt, dass ich sein Nabel der Welt bin.. Ums mal so zu sagen ;)
Naja, aber in so ein "Business Leben" passt irgendwie kein Partner rein. Und schon gar keine Kinder. Viele lachen, grade aus meiner Familie, wenn sie über meine Abneigung von Kindern hören. Nunja, natürlich nerven Kinder, aber sie können ja auch ganz süß sein. Sicher.
Aber Kinder und Karriere gehen nunmal nicht unter einem Hut. Außerdem weiß ich selber, dass ich keine gute Mutter abgeben würde. Jetzt nicht, sowie später nicht.
Gehen wir also mal davon aus, dass ich eine gute Chance ergriffen habe, in England wohne, in meinem geliebtem Appartment, keine Kinder habe, dafür einen sehr guten Job und gutes Geld. Aber keinen Partner. Somit radiert sich das gegenseitig aus. Ich hab das was ich wollte, aber irgendwie auch nicht.
Ich könnte jetzt auch tiefer gehen und sagen, dass ich im nächsten Leben, dann andersrum lebe. Dieses Leben ist mein Karriereleben und das nächste ist dafür bestimmt, Kinder in die Welt zu setzen und einen Mann an meiner seite zu haben. Der mich dann irgendwann sowieso verlässt, da ich durch die vielen Kinder etwas verbrauchst aussehe und mit 45 dann mein Burnout habe und eine 22 Jährige Praktikantin ja sowieso immer besser ist.
Toll.
Ich kann aber auch denken "Man lebt nur einmal"
Ich lasse mich also mit Piercings und Tattoos vollstopfen.
Probiere ab und zu mal eine Droge aus, nehme Millionen Festivals mit und komme viel rum.
Und danach? Schaffe ich damit noch meinen Wunsch nach Karriere auszuleben? Vielleicht als Tättoowiererin.
Damit würde ich aber nicht mein ach so gutes Geld verdienen und schon gar nicht in meinem englischen Appartment leben. Ich würde in ner KifferWG leben. Kann bestimmt auch schön sein.
Aber ob es das Wahre ist?
Wenn ich so darüber nachdenke ist es glaube ich das Beste, von jeder Version etwas zu nutzen.
Ich werde mich also mit Piercings und Tattoos an(!)stopfen lassen, Karriere machen und dann meinen Partner an meiner Seite haben. Wir werden in einem etwas größeren Appartment in England wohnen und keine Kinder bekommen. Weil ich nicht verbraucht aussehen will und ja meine Karriere mache.
Das klingt alles gut, aber das ist alles mit viel Gedult und Arbeit verbunden. Und das macht mich traurig. Das ich für mein Leben arbeiten muss. Und viele alles in den Schoß gelegt bekommen.
Das ist Unfair. Aber das Leben.
C'est la vie. Wie oft ich mir diesen Spruch doch schon von meiner Mutter anhören durfte.
Wahrscheinlich wird das mein zweites Tattoo. Nach dem "Mom" Tattoo.

Das wir mein Mom Tattoo. Ich habe es vor einem Jahr gezeichnet. Wenn ich 18 bin kommt es auf mein rechtes Schulterblatt. Natürlich in Farbe. Jeder einzelene Strich dieses Bildes hat eine Bedeutung. In meinem Kopf, sowie in meinem Herzen.
Somit verabschiede ich mich in meiner abendlichen Melancholie.
Gute Nacht.
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